Schülerinnen und Schüler des WPK Geschichte lernen Nachkommen der Familie Herz kennen

Die Stolpersteinverlegung am 29. September 2026 war bereits die vierte, die in Esens stattfand und auch die vierte, an der Schülerinnen und Schüler der Carl-Gittermann-Realschule teilnahmen. Erst zum Schuljahresbeginn hatte sich der neue Wahlpflichtkurs Geschichte im 9. Jahrgang formiert und gleich als erstes stand mit ihrem Lehrer Jens Ritter die Vorbereitung auf die Stolpersteinverlegung auf dem Lehrplan. Natürlich mussten die Jugendlichen erst einmal erkunden, worum es bei dem Kunstprojekt „Stolpersteine“ überhaupt geht und wo es in Esens bereits solche Gedenksteine gibt.

Dann bereiteten sie sich konkret auf die Verlegung von Stolpersteinen für die Familien Herz aus dem Herrenwall und der Theodor-Thomas-Straße vor, erfuhren die Geschichten von Siegfried, Else, Klaus und Helga Herz sowie von Wilhelm, Johanna, Werner, Kurt und Lisa Herz bis zu ihrer Flucht in den Jahren 1938 und 1939 nach Argentinien. Helga Herz war erst 14 Jahre alt, als sie mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder nach Übersee floh, also etwa so alt wie die Neuntklässler. Helgas Tochter Mónica Wachsman und ihre Enkeltochter Claudia Gartenhaus waren anlässlich der Stolpersteinverlegung für ihre Vorfahren extra aus Buenos Aires nach Esens gekommen.

Nachdem bei der Verlegung von vier Steinen am Herrenwall Schülerinnen und Schüler der Hauptschule die Geschichten des jüdischen Viehhändlers Siegfried Herz und seiner Familie vorgelesen hatten, waren Ole, Nora, Amelie, Marie und Alejandra aus der Realschule in der Theodor-Thomas-Straße an der Reihe, die Geschichte der fünf Mitglieder der jüdischen Familie von Wilhelm und Johanna Herz vorzutragen. Mitschülerinnen und Mitschüler halfen beim Auf- und Abbauen von Stühlen für ältere Menschen, bei der Lautsprechertechnik oder beim Sperren der Straßen. Für ihren Einsatz erhielten die Schülerinnen und Schüler besonderes Lob und dankende Anerkennung besonders von den beiden Gästen aus Argentinien. Sie betonten, wie wichtig der Einsatz der jungen Leute gegen Antisemitismus und für Verständigung sei, damit wir in Zukunft in einer friedlichen Welt leben können.

Am Ende stellten sich Schülerinnen und Schüler sowie Frau Wachsman und Frau Gartenhaus noch zum gemeinsamen Erinnerungsfoto auf.

< Zurück zur Übersicht